Im Sommer heißt´s trainieren und regenerieren

Nach der Saison ist ja bekanntlich vor der Saison! Nach einer kurzen Pause und einem IMG_6708Urlaub am Meer heißt es seit Anfang Mai: Schwitzen für die neue IMG_6735Saison. Im Sommer trainiere ich ca. einmal pro Monat gemeinsam mit meinen Kolleginnen bei Konditionskursen in ganz Österreich. Jeder Kurs steht unter einem besonderen Schwerpunkt. Im Mai haben wir die Region Neusiedlersee ausgiebig mit dem Rad erkundet. Der Sprung ins kühle Nass durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Auch 2 Boxeinheiten waren am Plan, welche uns einiges abverlangt haben!!

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IMG_7194Im Juni stand in Kaprun der nächste Kondikurs auf dem Programm, wo wir unter anderem in der Kletterhalle und am Felsen einige Höhenmeter gesammelt haben 😊

 

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Talkenschrei

Zuhause im Murtal bin ich viel in den Bergen unterwegs und versuche so viele Gipfel wie möglich mitzunehmen.Wer mit mir mal auf den Berggehen möchte, hat am 21.7.2018 die Möglichkeit dazu. Wir gehen gemeinsam auf den Zirbitzkogel. Treffpunkt ist jeweils um 9:00 beim Alpengasthof Sabathy (wo ich weggehen werde) oder bei der Tonnerhütte. Wir treffen uns dann alle am Gipfel des Zirbitzkogel. Den Abstieg mache ich zur Tonnerhütte wo es ein kleines Schätzspiel geben wird.IMG_7562

 

 

 

 

 

 

 

 

Was im Sommer aber nicht zu kurz kommen darf ist die Regeneration. Bei den vielen Trainingsstunden und Terminen ist die Zeit oft etwas knapp um ausreichend IMG_6790regenerieren zu können. Da ich zuhause nicht jeden Tag eine Masseurin oder Physiotherapeutin zu Verfügung hab, (was auch übertreiben wäre) greife ich seit dem Frühjahr aufIMG_5348 technische Hilfsmittel zurück. Dabei handelt es sich um die Recovery Boots von Reboots. Ihr habt bestimmt schon einige Fotos davon gesehen. Sieht im ersten Moment etwas komisch aus aber die sind richtig super. Die Boots sorgen für eine angenehme Massage an den Beinen und man hat nach der Anwendung das Gefühl, dass sie wieder locker und frisch sind. Auch werden dadurch Abfallprodukte vom Stoffwechsel schneller abtransportiert und helfen dem Körper schneller wieder fit zu werden. Also falls ihr regelmäßig Sport betreibt, kann ich euch die Reboots nur empfehlen.

 

Natürlich gehört auch das mentale Abschalten und „die Seele baumeln lassen“ für mich IMG_1341zur Regeneration. Da lege ich mich gerne mal in die Wiese und genieße die Sonne, höre Musik oder treffe mich mit Freunden zum Kinogehen und Chillen.

 

 

(c) nici schmidhofer

 

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Im Sommer heißt´s trainieren und regenerieren

Was für ein Saisonstart

 

Wie ich nach Lake Louise gekommen bin, hätte ich mir nie erträumt so in die Saison zu starten. Nach den guten Trainingstagen in Copper Mountain, wo ich die Materialabstimmungen gleich einmal gefunden hatte, bin ich mit gutem Gefühl nach Lake Louise angereist. Die Abstimmung und das Gefühl für die  beiden Abfahrten waren etwas besser als für den Super-G. Die wenigen SG-Trainingstage im Herbst habe ich schon gemerkt. Die Schneeverhältnisse in Europa waren in dieser Vorbereitung ja besonders schwierig.

Nach dem ersten Abfahrts-Training in Lake Louise habe ich gemerkt, dass mir die Startkurve in diesem Jahr besser liegt als in den Jahren zuvor und auch die Sprünge um einiges kürzer sind. Dieser Umstand machte mich für die weiteren Trainingsläufe sehr zuversichtlich. Vom zweiten Training an war der Speed immer gut und ich war sehr froh, dass es beim Material nicht viel zu ändern gab.

 

 

Die Sichtverhältnisse waren immer etwas schwierig und die Piste etwas unruhiger als die Jahre zuvor. Als ich dann noch als Schnellste das Abschlusstraining beendete, habe ich mich unerwartet in eine Favoritenrolle gefahren. Für mich war es eine ganz neue Erfahrung mit einer Trainingsbestzeit ins Rennen zu gehen. Auf der einen Seite war ich froh einen gute Basis gefunden zu haben, auf der anderen Seite wird man von den Medien und Konkurrentinnen mehr beachtet. Der Erwartungsdruck steigt !

 

Jetzt einfach nur die Nerven behalten, locker bleiben und die Trainingsleistung umsetzten. Zum Start hin wurde mein Puls immer höher und höher. Im Startbereich haben mich Ursi (Physio) und Andi (Konditrainer) dann aber perfekt mit Scherzen und blöden Sprüche runtergeholt. Im Starthaus noch ein kurzer Test wie sich die Skianfühlen und ich muss euch sagen,  DIE waren der Hammer. Berni  (Servicemann)hat sie wieder mal perfekt gerichtet und jetzt liegt es nur mehr an mir. Ein letzter Blick auf die ersten Tore und raus geht´s mit dem Gedanken „Im schlimmsten Fall gewinnst du heute!“.

 

Während der Fahrt hätte ich nicht gedacht, dass es reichen wird! Die Sicht war um einiges schlechter als beim Abschlusstraining und ich konnte nicht so eine tiefe Position wie am Vortag fahren. Ich dachte nur, hoffentlich haben die anderen auch nicht soviel gesehen. Als ich durch das Ziel gefahren bin und es grün aufleuchtete, es war einfach MEGA!

 

Kurz war einmal Leere im Kopf und gleich darauf eine wahnsinnige Erleichterung die IMG_1540Trainingsleistung umgesetzt zu haben. Das Warten am Leaderboard bis wirklich alle im Ziel waren, hat mich nochmal ein bisschen nervös gemacht. Die Christl (Scheyer)war oben sehr schnell unterwegs und da wurde mir nochmal richtig warm! Als dann fest stand, dass ich mein erstes Weltcuprennen gewonnen habe, war es einfach der toll! Emotional kaum zu beschreiben, was in mir vorgegangen ist.

 

 

 

 

Viele dachten, dass es am zweiten Tag leichter ist, aber ich kann euch sagen, so war es auf keinen Fall. Nach dem Erfolg am Freitag will man natürlich noch einen draufsetzten. 2 Rennen hintereinander zu gewinnen ist keine Selbstverständlichkeit. Die Nervosität war eine ganz andere als am Tag zuvor. Am Start sind mir die Beine fast über den Haufen gegangen so haben die gezittert. Beim 10 Sekunden Pip´s habe ich mir gedacht, „ Nici, jetzt bist viermal gut runtergefahren, wirst es um Gotteswillen ein fünftes Mal auch noch schaffen.“ Die Bedingungen waren um einiges besser als beim Rennen am Vortag. ALPINE SKIING - FIS WC Lake LouiseBeim Fahren habe ich mir gedacht, ahh das geht sich alles etwas zu schön und leicht aus, ob das reichen wird…? Dann schwinge ich im Ziel ab und auf der Tafel steht in grün -0,47 -unfassbar!!! Super happy und erleichtert ging´s wieder zum Leaderbord. Als die Conny dann auf der Strecke war, wurde ich nochmal etwas nervös! Bis zum Coachescorner hatte sie mich voll im Griff, doch mit meiner fast schon perfekten Fahrt im Mittelteil konnte ich sie auf Distanz halten. Doppelsieg für Österreich, was für ein Ding! Damit hatte vor dem Wochenende kaum jemand gerechnet.

ALPINE SKIING - FIS WC Lake Louise

 

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2 Siege in 24 Stunden ist der Hammer. Sooooo lange hat es gedauert bis ich ein Rennen gewinnen konnte und jetzt sind es gleich 2 Weltcuprennen – und das auch noch in Lake Louise. Die letzte Österreicherin die es geschafft hat war Renate Götschl 1998 . Und jetzt in einem Satz mit ihr genannt zu werden ist schon ziemlich cool.

 

 

 

Zum Abschluss dieses Wochenendes stand noch ein Super-G am Programm. Durch die 2 Siege ist die Erwartungshaltung von außen und mir selbst um einiges gestiegen. Eine ganz neue Ausgangslage für mich nach der Abfahrt nicht im Super-G Rennen noch das Wochenende retten zu müssen. Eine gewisse Lockerheit hatte sich nach den Abfahrtsrennen schon eingestellt, alles was jetzt noch kommt ist Draufgabe und mein Ziel die TOP 5.

Dieses Ziel konnte ich leider nicht erreichen. Schon am Start konnte ich nicht mein Können auspacken. Keine Explosivität und die Stockschübe nicht so gut getroffen, wie ich es eigentlich kann. Schon in den ersten Toren war mein Speed nicht so gut und dann habe ich die Fischnetzkurve auch noch „vergeigt“. Im letzten Teil des Rennen konnte ich zwar noch eine gute Fahrt hinlegen aber die Zeit war da schon weg. Am Ende wurde es ein 11.Platz, nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, aber der Rückstand auf Platz 2 war mit 0,30 Sek überschaubar.

 

Ich weiß, dass ich gut dabei bin und dieses gute Gefühl werde ich jetzt für die nächsten Rennen mitnehmen

 

(c) nici schmidhofer

Fotos (c) Gepa-Pictures.com

 

Was für ein Saisonstart

Training auf der Südhalbkugel

Wie schon in den letzten Jahren führte es uns in der Vorbereitung nach Chile, genauer gesagt nach La Parva. In den letzten Jahren immer sehr schneereich, hat es Frau Holle

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Schnee??

dieses Mal nicht ganz so gut mit uns gemeint. Mit fast sommerlichen Temperaturen um die 23 Grad wurden wir Anfang September empfangen. Mit sehr skeptischen Blicken und Gedanken ging es zum Skitraining. Wie lange wir da wohl trainieren können? Können wir da noch Speed trainieren? Naja auf den ersten Blick wohl eher nicht!

 

 

 

Zum ersten Mal seit März ging es dann am 2. Trainingstag auf die „Langen Latten“.

sprungEin leichtes Abfahrtstraining mit einem Sprung und langen Gleitkurven waren der perfekte Einstieg, um wieder ein gutes Gefühl zu bekommen.

Mit viel harter Arbeit unserer Trainer und den weiteren Nationen, die hier trainiert haben, konnte die Abfahrtspiste in einen sehr guten Zustand gebracht werden und dem Abfahrtstraining stand nichts mehr im Wege.

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Dieses Gelände hier bringt einfach alles mit was eine Abfahrt braucht! Sprünge, Wellen, eine gute Geschwindigkeit und Gleitpassagen.

 

Wie schon in den letzten Jahren steht hier viel an Materialtests an. Neue Skischuhe und Ski gehören wieder abgestimmt und viel verschiedene Möglichkeiten probiert. Einige neue Erkenntnisse kann ich von La Parva mitnehmen und somit habe ich den ersten Schritt für die kommende  WM-Saison gemacht.

 

Ich bin mit dem Verlauf des Trainingskurses sehr zufrieden und freu mich ,wenn es im Oktober auf den heimischen Gletschern wieder auf Schnee geht! 😀

 

 

 

(c) nici schmidhofer

Training auf der Südhalbkugel

Heimweltcup Bad Kleinkirchheim

Endlich ein Rennen Daheim 🙂

Als ob die Strecke Ansicht nicht schon schwer genug wäre, kamen noch richtig schwierige Pistenbedinungen hinzu. Nach dem es die Tage zuvor immer wieder geregnet hat, wurde von der FIS am Mittwoch vor dem ersten Abfahrtstraining beschlossen die ganze Piste mit dem Pistengerät nochmal aufzureißen. Als wir am Donnerstag früh zur Besichtigung kamen, waren wir etwas überrascht über die schlechte bzw. teilweise kaputte Piste. Mit dieser Aktion war auf dem größten Teil der Strecke nur Grieß und tiefe Löcher und kein Training möglich. Auch beim 2 Abfahrtstraining schaute es im untern Streckenabschnitt nicht viel besser aus. Obwohl die Streckenarbeiter in der Nacht alles gegeben hatten, konnte nur ein Training im 1. Teil der Abfahrt gefahren werden. Mit dieser Entscheidung wurde auch das Rennprogramm geändert.  Das SG-Rennen wurde auf Samstag vorgelegt um im besten Fall im Anschluss ein Abfahrtstraining fahren zu können, damit am Sonntag ein Abfahrtsrennen stattfinden kann.

IMG_3883Das SG-Rennen am Samstag war für mich leider sehr schnell vorbei. Mit der besten Zwischenzeit im ersten Teil, war ich etwas zu gerade beim Übergang und ich verpasste das nächste Tor. Die Pistenverhältnisse hatte ich auch etwas unterschätzt und nicht die perfekte Material Abstimmung, um diesen Fehler irgendwie korrigieren zu können. Die Enttäuschung zuhause nicht ins Ziel zu kommen war groß aber hilft ja nicht, morgen gibts ja noch eine Chance in der Abfahrt.

Nach dem SG-Rennen konnte kein Training mehr gefahren werden, so gab es am Sonntagmorgen noch ein verkürztes Abfahrtstraining und zu Mittag die Abfahrt. Diese

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Nebel??

musste aufgrund von Nebel auch verkürzt gefahren werden. Auch dieses Rennen lief für mich gar nicht nach Plan. Ich hatte vom Start weg Problem meinen Ski auf Zug zubringen wie wir so schön sagen. Am Ende wurde es ein 18. Platz und ein Heimweltcup Wochenende zum Vergessen!!

Trotz allem ein großes DANKE an die vielen und fleißigen Helfer die es überhaupt möglich machten doch noch die Rennen durchzuführen. Kaum jemand von uns hätte dies am Donnerstag nach der Besichtigung gedacht!

 

Mein Fanclub machte beim Fanclubbewerb am Samstag Nachmittag mit und errang den 2. Platz!!

(c)nici schmidhofer

(c)gepa-pictures.com

Heimweltcup Bad Kleinkirchheim

Start in die Olympiasaison

Anfang November ging es zur finalen Vorbereitung Richtung Amerika. In Copper Mountain wurde der Trainingsschwerpunkt nochmal auf das Speedtraining gelegte. Ich IMG_2745konnte mit mein Servicemann Berni noch einiges am Material tüfteln. Den letzten Feinschliff für die ersten Rennen in Lake Louise, wollten wir uns in Nakiska holen, leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnete schon bei der Ankunft und es waren nur 2 eher bescheidene Trainingstage möglich. Nicht ganz der Abschluss einer Vorbereitung wie ich es mir vorgestellt habe aber gegen das Wetter kann man eben nichts machen.

 

 

 

Lake Louise 

ALPINE SKIING - FIS WC Lake LouiseDie erste Rennwoche in Lake Louise gestaltete sich schwieriger, als ich gedacht hatte. Ich war gut drauf, doch bei den zwei Abfahrten kam ich nicht richtig ins Fahren. Richtige Fehler waren nicht dabei und die Zeit ging in Passagen verloren, wo ich in den letzten Jahren immer sehr schnell war. Auch die von mir erwartete Steigerung in den Gleitstücken konnte ich nicht umsetzten. Natürlich habe ich mir selber mehr erhofft, aber an manchen Tagen läuft es eben und an anderen wieder nicht. An diesen Tagen lief es eindeutig nicht!

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Doch am Sonntag sollte es besser für mich laufen! Ich habe mich von denAbfahrtsergebnissen nicht drausbringen lassen und den ersten Podestplatz seit einiger Zeit rausgefahren. Mit dem dritten Platz im Super-G gelang mir noch ein fantastischer Abschluss in Lake Louise und somit ein toller Start in die Saison. Mir ist damit ein großer Stein vom Herzen gefallen und endlich habe ich die Trainingsleistung auch im Rennen umgesetzt.

 

St. Moritz

Kaum zurück in Europa ging es weiter nach St. Moritz. Als ich die Ortstafel sah, hatte ich gleich einen fetten Grinser im Gesicht. Die Rennen waren zwar nicht am WM-Hang, IMG_3225sondern auf der Weltcupstrecke wie die Jahre zuvor aber das war mir egal. Alleine die Rückkehr in den WM-Ort von 2017 hat viele positiven Gefühlen in mir ausgelöst. Auf der Weltcuppiste bin ich die Jahre zuvor auch immer gut gefahren, aber an diesem Wochenende sollte es eben nicht sein. Am Samstag hatte ich mit der Startnummer 5 nicht so eine gute Sicht, wie die Läuferinnen nach mir. Nichtsdestotrotz hätte ich besser Skifahren müssen! Besser mit den Wellen mitgehen und mehr attackierten auch wenn die Bodensicht schlecht ist. Vielleicht war ich auch ein Stück zu nervös, da mich jeder auf den WM-Titel im letzten Februar angesprochen hat und ich das Gefühl hatte, jeder erwartet von mir hier das Moritz, Stephi, Conny, Lara
nächste Stockerl bzw. den 1 Weltcupsieg. Der 13. Platz entsprach natürlich nicht meinen Erwartungen, doch mit den unterschiedlichen Sichtverhältnissen die bei diesem Rennen waren, kann ich damit gut leben. Es sollte doch eine 2. Chance am Sonntag geben.

Dies 2. Chance wurden jedoch durch die berühmte Malojaschlange zunichte gemacht. Erst wurde die Startzeit verschoben und nach kurzem zuwarten gab es dann die Absage. Die Entscheidung war aus meiner Sicht richtig. Bevor man ein weiteres Rennen mit verschieden Sichtverhältnissen fährt, ist es mir lieber, kein Rennen zufahren.

Val d´Isere

Nach 2 Tagen zuhause, ging es schon wieder weiter nach Val d´Isere.

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Aufgrund des starken Schneefalls gab es keine Abfahrtstrainings. Statt dessen gab es zwei Tage im Tiefschnee. Ohne Trainings keine Abfahrtsrennen und daher wurde am Samstag der abgesagten St. Moritz Super-G nachgetragen. Mit einem Schmididrifterl zu viel verpasste ich als 4 knapp das Podest. Mit einem Stockerl im Gepäck lässt es sich leichter aushalten neben dem Podest zu stehen. Eine kleine Enttäuschung bleibt dennoch.

 

Dieses mal gab es am Sonntag wirklich eine 2 Chance. Mit der Startnummer 2 ging Anna in den zweiten Super-G und am Start habe ich mir schon gedacht, was für eine coole ALPINE SKIING - FIS WC Val d IsereFahrt und sie wird nur sehr schwer zu schlagen sein. Ich behielt recht und es war niemand schneller als Sie. Im Oberenteil konnte ich mit Anna gut mithalten, im Mittelteil war ich dann eine Spur zu gerade und das an der ungünstigsten Stelle, den danach ging es leicht bergauf. Bis zur nächsten Zwischenzeit ließ ich gleich sieben Zehntel liegen. Im Ziel hatte ich eine gute Sekunde Rückstand auf Anna. Am Ende reichte es für einen 8. Platz.

 

Der Dezember war ein harter Monat. Es ging richtig Schlag auf Schlag mit den Rennen. Körperlich bekam ich dies gleich nach den Rennen in Val d´Isere zu Spüren. Kaum zuhause wurde ich krank und lag 4 Tage im Bett. Die geplante Vorbereitung in Bad Kleinkirchheim war somit nicht so super wie erhofft. Ich konnte nur 1 Tag dort trainieren und dies auch nicht im vollen Umfang. Für mich ist die Strecke dort eine der schwierigsten, da es sehr finster und unrhythmisch ist.

Die Rennpause war sehr lange und ich freu mich wenn es am Wochenende endlich weitergeht!

 

 

Start in die Olympiasaison

Perfekte Trainingsbedingungen in Chile

 

Nach einer guten Konditionsvorbereitung im Sommer und vielen Veränderungen im Speed-Team ging es für mich Anfang August nach Chile. Mein langjähriger Vertrauenscoach Charly Pichler ist seit Mai nicht mehr dabei, somit werde ich diese Saison hauptsächlich mit Roland Assinger arbeiten. Auch im Konditionsbereich arbeite ich nach dem letztjährigen Reha-Training mit unserem neuen Konditrainer Andreas Hochwimmer zusammen. Am Anfang noch etwas skeptisch, den neuen Trainingsansätzen gegenüber, fühle ich mich jetzt top fit und gut vorbereitet für die neue Saison.

Mit großer Freude ging es am 1 September nach Chile. Es erwarteten uns vom ersten Tag an perfekte Bedingungen. Gestartet wurde mit einem Riesenslalom-Training um sich an den Schnee zu gewöhnen. Danach ging es gleich auf die langen Ski! Mein Servicemann Berni hatte wieder einige neue Latten mit, die alle auf Schnee müssen, damit es im Winter wieder schnelle Ski gibt! Weiters habe ich an meiner Hockeposition und dem Start gearbeitet. Es sind wirklich Kleinigkeiten, die in diesem Bereich viel ausmachen können. In welcher Position fühle ich mich wohl, bin ich kompakt und schnell im Flachstück, welche Schubtechnik passt am besten für mich bzw. für den vorhandenen Start?

 

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Auch das Thema Springen war ein wichtiger Bestandteil meines Trainings. Nach meiner Verletzung in Cortina bei einem Sprung, hatte ich in der letzten Saison immer wieder ein mulmiges Gefühl, wenn ich auf einen Sprung zugefahren bin ,und habe dadurch nicht immer voll durchgezogen. Viele Kleinigkeiten ,die am Ende viel ausmachen können – und darum geht es. Sich zu verbessern, auch wenn es noch so kleine Sachen sind, nur um dadurch schneller zu werden.

Das Abfahrtstraining verlief sehr gut. Auf der Trainingsstrecke gab es alles was eine Abfahrt ausmacht. Pro Trainingslauf waren bis zu 3 Sprünge, Gleitpassagen, unruhige Stellen und Kompressionen im Kurs. Geschwindigkeiten bis zu 135km/h haben wir erreicht. Perfekt für diese Jahreszeit um Ski zu testen und um ein Gespür für den neuen Fischer-Skischuh zu bekommen.

Bis zum Saisonstart gibt es noch einiges zu tun, um an die Erfolge des letzten Winters anschließen zu können. Ich freue mich schon auf die Trainings auf den heimischen Gletschern um den nächsten Schritt zu machen.

 

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Stephi, Christl, Dajana, Sabs, Tina, Conny, Nici, Ramona

 

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(c) nici schmidhofer

Perfekte Trainingsbedingungen in Chile

Weltmeisterin im Super G

Dass dieser Hang etwas Besonderes ist, wusste ich. Ich bin meine ersten Europacup Rennen auf dieser Strecke (Streckenname) gefahren. Von Beginn an hat es mir gut gefallen mit den vielen Übergängen, die man genau fahren muss um schnell zu sein. In den letzten Jahren war es jedoch so, dass es in der Abfahrt selten zu guten Ergebnissen gereicht hat. Im Super G hingegen waren immer Top Ergebnisse dabei. Auch bei der Generalprobe von 2 Jahren schaute ein 6 Platz für mich raus. Damals waren 1-2 kleine „Rutscher“ und Fehler dabei. Dieses Mal gelang mir aber ein Lauf, der für mich fast perfekt war. Dass es ausgerechnet bei der WM klappt, ist natürlich der Hammer!

img_4930Die Tage vor der WM in St. Moritz habe ich mich mit meinem Team in Saalbach/Hinterglemm trainiert. Es waren beste Bedingungen, nicht so aggressiv wie ich mir die Rennen in St. Moritz vorgestellt habe – aber egal Hauptsache – ich bekomme ein gutes Gefühl und ein gutes Timing am Schwungansatz. Gemeinsam mit dem kanadischen Herrenteam wurde Super G trainiert. Von Beginn an bin ich gut ins Fahren gekommen und konnte mich von Lauf zu Lauf steigern und immer direktere und frechere Linien ausprobierte. Am letzten Tag konnte ich dies gleich bei der ersten Fahrt umsetzen und wie wir alles wissen, muss es beim Super G bei der ersten Fahrt passen. Es fiel mir auch überhaupt nicht schwer diese enge Linie zu fahren, es ging mehr oder weniger von selbst und ich musste nicht viel darüber nachdenken.Am Start habe ich mir immer vorgesagt:“ Vorfahren und auf den Aussenski draufgehen!“ Da es beim Training damit gut funktionierte, dachte ich mir, ich versuch es beim Rennen auf die gleiche Art und Weiße.

In St. Moritz angekommen musste das erste Abfahrtstraining wegen zu viel Neuschnee abgesagt werden. Die Piste sah katastrophal aus, nachdem mit schweren Gerät der Neuschnee entfernt wurde. Ob sie bis morgen eine gute Piste für den Super G herbringen? Keine Ahnung, nicht zu viele Gedanken darüber machen und abwarten, was der morgige Tag bringt.

ALPINE SKIING - FIS Ski WC St. Moritz

Mein Moto war, das Ganze wie eine Weltcupwoche zu sehen und mich vom ganzen Rummel nicht rausbringen zu lassen. Aufs Skifahren konzentrieren, mein Bestes Skifahren so wie in Saalbach zu zeigen, dann wird schon was Gutes dabei rauskommen.

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Der Pressetermin im Tirolberg störte mich da auch nicht. -Gehört einfach dazu bei so einem großen Event. _ Die Augen waren sowieso auf andere gerichtet wie Lara Gut, Tina Weirather, Viktoria Rebensburg, Sofia Goggia usw.

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Am Renntag war das Wetter perfekt und auch der Rennhang in einem super Zustand, gegen jeder Erwartung nach dem abgesagten Abfahrtstraining. Bei der Besichtigung dachte ich mir, hmm die Übergänge sind ähnlich gesetzt, wie wir es letzte Woche trainiert haben. Ich war selten so schnell mit dem Besichtigen fertig und auch so überzeugt, wo und wie ich alles fahren werde. Im Nachhinein gesehen, war es bei meinem ersten Podestplatz in Cortina sehr ähnlich. Zum Glück ist mir dies erst danach bewusst geworden, sonst wäre ich bestimmt img_4972-1nervös geworden. Beim Interview nach der Besichtigung wurde ich wie immer über den Kurs usw. gefragt und warum das heute mein großer Tag wird. Meine Antwort: weil ich einfach gut Skifahren werde.

Dass ich danach erst gar nicht den Einfahrlauf zum Aufwärmen finden konnte, war wieder mal typisch –Ich-. Aber nicht einmal das hat mich aus der Ruhe gebracht. Ist doch egal, hab ich dann nicht soviel Zeit zum Nachdenken, wenn ich länger brauche zum Einfahren und Aufwärmen.

Alpine Skiing - FIS Alpine Skiing World Championships St. Moritz - Women's Super GUnd so war es dann auch. Ich war nur knapp 20min im Teamhospitality um mich umzuziehen und mein Knie gut aufzuwärmen. Gemeinsam mit Tamara bin ich dann zum Start gefahren. Es war ungewöhnlich ruhig am Lift, dass wir mal nix zum Reden haben gibt es ganz selten. Danach lief alles recht schnell ab, die Nummer 1 im TV angeschaut, ein paar Schwünge von der Stephi Venier und dann stand ich schon bald selbst am Start vom WM-Super G. Knapp eine Minute lang sagte ich mir immer wieder vor: „Buckerle“ machen, vorfahren und draufgehen. Dies konnte ich dann super umsetzten und zu meiner eigenen großen img_5537Überraschung leuchtete es im Ziel grün auf. Zum ersten Mal in dieser Saison und das, obwohl Lara und Tina vor mir gestartet sind. Ein Wahnsinns-gefühl kann ich euch sagen, da sind meine Emotionen nur so rausgeschossen aus mir im Ziel. Als ich zum Leaderboard kam, war ich richtig leer, körperlich und mental.

Da saß ich nun am Boden, hinter mir die rote Wand, wo jeder stehen möchte und vor mir der Fernseher, wo ich einer Läuferin nach 16508180_1363650777039799_2413561313582542125_nder anderen zuschaute, ob sie schneller ist als ich. Normal habe ich immer einen Spruch auf Lager, aber in den nächsten 45 min kamen mir nicht viel Wörter und schon gar keine Sprüche über
die Lippen. So nervös war ich seit der WM-Abfahrtin Beaver Creek nicht mehr. Als dann endlich die Christine Scheyer mit Starnummer 30 im Ziel war, konnte ich richtig durchschnaufen. Ich konnte es selbst gar nicht aussprechen, Weltmeisterin im Super G!

 

Das ganze Team hat sich mit mir gefreut und dass wiederum hat mich mega gefreut! Auch wenn Skifahren ein Einzelsport ist, man gewinnt zusammen und verliert zusammen. Ohne einem starken Team hinter dir, wirst du nur schwer etwas gewinnen. Ohne Servicemann keine schnellen Ski, ohne Trainer kein gutes Schneetraining und Tipps die mir weiterhelfen, ohne Physio‘s kein schmerzfreies Knie nach der Verletzung, ohne Dok (Dr. Fink und seinem Team) kein perfekt „repariertes“ Knie, ohne Teamkolleginnen kein gegenseitiges Pushen und vor allem nur der halbe Spaß 😉

 

Die Draufgabe an diesem genialen Tag in St. Moritz?

Dass meine Eltern vor Ort das Rennen gesehen haben. Es gibt nicht viele Rennen, wo es sich arbeitstechnisch bei ihnen ausgegangen ist, dass sie bei Rennen vor Ort zuschauen konnten. Ausgerechnet am Tag meines größten Erfolges waren sie aber live dabei und ich freu mich sehr darüber. Ihnen habe ich sehr viel zu verdanken und mit diesem Erfolg kann ich ein bisschen was zurückgeben.

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Ein kleiner Wermutstropfen war an diesem Tag dann doch dabei. Mein Fanclub der mich bei alle guten und vor allem bei schlechten Rennen und Jahren unterstützt hat war nicht in St. Moritz. Euch möchte ich auch danke sagen für eure Treue, eure Unterstützung und den Rückhalt den ihr mir gebt!!

 

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Hier noch Bilder von Gold-Tag

(c)gepa-pictures.com

(c)nici schmidhofer

Weltmeisterin im Super G