Mein erstes großes Ziel

Chile war eines meiner großen Ziele in diesem Sommer. Von Anfang an war der 1 September (Abflug Chile) in meinem Kopf. Bis dahin will ich fit sein, ich will mit dem Team die Vorbereitung in La Parva starten. Bis dahin war es ein weiter und nicht ganz einfacher Weg.

Mein Reha-Training habe ich im April im MTZ Judenburg fortgesetzt. Teilweise war ich 5 Tage die Woche dort. Mein Physio Arjen hat mit mir sehr akribisch am Kraftaufbau gearbeitet. Wenn’s mal nicht so schnell gegangen ist, wie ich mir vorgestellt habe, hat er mir immer vorgerechnet, dass es sich schon ausgehen wird und es nicht immer nur bergauf gehen kann! Im nachhinein betrachtet muss ich sagen, waren es nur Kleinigkeiten, die mich oftmals etwas aus den Rhythmus gebracht haben.

Ab Mai konnte ich mit den Mädels der Speedgruppe gemeinsam auf Kondikurse fahren. Mein Trainingsinhalt und -umfang war zwar um einiges geringer, aber ich fand es super nach den vielen Einzeleinheiten in den letzten Monaten gemeinsam in einem Kraftraum zu sein und auch bei einzelnen Abschnitten der Radtour dabei sein zu können. Die Zeit verging so schnell und auch mein Knie und die Muskulatur entwickelten sich sehr gut. Ich hatte ganz selten Schmerzen – nur die Beugung war noch etwas eingeschränkt.

Anfang Juli war es dann mal Zeit für einen Urlaub. Seit Februar habe ich viel für mein Comeback gearbeitet und jz musste mal eine kleine Auszeit her. Eine Woche Zypern zum Tauchen ist perfekt gewesen. Im Aldiana Club gab es auch die Möglichkeit mein Krafttraining weiter zu machen. Eine ganze Woche nichts tun hab ich einfach nicht ausgehalten, denn bald sollte der Krafttest anstehen um zu sehen, woran ich noch arbeiten muss um Mitte August Skifahren zu können.

Dieser Krafttest Mitte Juli hat dann ein Ergebnis gebracht mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Das mein rechtes Bein schwächer sein wird als mein linkes war mir klar aber dass der Unterschied so groß sein wird, hat mich doch etwas erschreckt. Der Unterschied betrug fast 50% um von Arzt die Freigabe zum Skifahren zu bekommen sollte der Unterschied nicht größer als 20% sein. Dieses Ergebnis hat mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Auch wenn du alles gibst, gibt es keine Garantie dass dein Körper so mitspielt wie du es dir Vorstellst. Ein Teil dieses Tests war sehr gut, Schnelligkeit und Sprungkraft zum Beispiel, nur der direkte Vergleich beim Contrex hat dieses große Defizit aufgezeigt. Ob mein Plan im August Skifahren zu gehen noch mach bar ist, dessen war ich mir an diesen Tag nicht mehr sicher. Es blieben ca. 3 Wochen um nochmal richtig gas zu geben und das Defizit auszugleichen.

Meinen Trainingsplan haben wir darauf hin etwas umgestellt. Viel Zeit habe ich wieder in der Kraftkammer und am Mountainbike verbracht. Hauptaugenmerk immer das rechte Bein. Alles was ich machte, machte ich bewusst mit dem rechten Bein, Stiegen steigen, stehen, gehen, beim Biken mehr druck geben, im Training mehr Übungen als mit dem linken machen. Am 12. August war es dann soweit und ein weiterer für mich sehr entscheidender Test stand an. Ich hatte gut trainiert und mich gut darauf vorbereitet. Dieses mal müssen die Werte einfach passen, denn in ein paar Tagen sind die ersten Schneetage geplant. Die Werte waren richtig gut! Ich konnte mich super steigern und damit gab es auch die Freigabe von Dr. Christian Fink zum Skifahren.

Stelvio ich komme 😀

Die ersten Schwünge

Was soll ich sagen. Ich hab mich sooooo aufs Skifahren gefreut. Als ich am morgen aufstand, war alles wie immer. Ich habe oft darüber nachgedacht wie es sein wird aber irgendwie war alles ganz normal, wie immer, fast etwas enttäuschend. Doch als ich dann die Ski anschnallte war da ein Gefühl von purer Freude, etwas Nervosität und Dankbarkeit endlich wieder auf die Ski zu stehen. Gleich bei den ersten Schwüngen hab ich mich wohl gefühlt. Es funktionierte viel besser als ich mir erhofft hatte und mein Knie spürte ich kaum. Hätte ich keine Ohren gehabt, mein Grinser wäre ums ganze Gesicht gegangen. Einfach nur Skifahren, keine Stangen, keine Zeit, keine Vorgaben einfach nur Skifahren, es war einer der besten Tage in diesem Jahr. Nach 3 Tagen am Stelvio ohne Probleme mit dem Knie oder bei Skifahren ,war mir klar, mein erstes großes Ziel Chile erreicht zu haben.

Chile ich komme 😉

(c) nici schmidhofer

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Mein erstes großes Ziel

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